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Freunde des Laufsports Austria

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Aktuelles

Das Zeichen am Baum (12.12.2022) - Gedicht von Gerhard Hovorka für die FDL

 

Dezembermorgen. Ich laufe auf der Hauptallee im frischen Schnee.

Die Allee schaut heute endlos aus.

Viele Male bin ich hier mit dem Verein gelaufen.

Ich weiß, die Hauptallee ist nicht endlos.

Die kahlen Kastanienbäume stehen mir Spalier.

 

Im hinteren Teil scheint plötzlich die Sonne.

Mehr Schnee, keine Leute.

Hier ist er, der Baum mit der aufgemalten Drei.

Einer der Bäume mit der Markierung vom Laufverein.

Ein wichtiger Orientierungspunkt beim gemeinsamen Training.

Und jetzt immer noch für mich.

 

Den Laufverein gibt es nicht mehr.

Die Zeit und die Pandemie waren zu viel ihn.

Die Läufer und Läuferinnen aber gibt es noch.

Und der Orientierungsbaum ist noch jung.

Er wird uns allen noch viele Jahre Kennung und Orientierung sein.

Vor allem im Winter wo es uns in verstärkt in die Hauptallee zieht.

 

Der Winter.

Der Paprika auf meiner Loggia ist heute Nacht endgültig erfroren.

Aber die Brennnesseln haben überlebt.

 

RingRundSylvesterlauf mit Philipp

eine FDL-Tradition am 30. Dezember

 

Ein Dutzend Freunde des Laufsports fand sich bei recht frostig-windigem Wetter beim Johann-Strauß-Denkmal ein, um mit mir zum Jahresausklang rund um die Ringstraße zu laufen. Wir liefen, wie immer gegen die Fahrtrichtung, vorbei am Kursalon den Stadtpark entlang mit Blick auf die „Spargelburg“ und die Reste der Stadtmauer. Wir besichtigten die alte Stadtmauer bei der U-Bahn-Station Stubentor und überquerten zwischen den „Lemuren“ von Franz West den Weißfluss Richtung Weißgerber. Über die Otto-Wagner-Fußgängerbrücke hinterm Ministerium liefen wir zum Franz Josefs-Kai. Den Laurenzerberg hinauf – tatsächlich hinauf! – zum Fleischmarkt erlebten wir, wie hoch die Innere Stadt über dem früheren Hauptarm der Donau, dem heutigen Donaukanal, liegt. Wir erliefen das multikulturelle Wien: Vorbei an der griechisch-orthodoxen Kathedrale – die Menschen davor warteten hoffentlich nicht auf den orthodoxen Weihnachtsgottesdienst, denn der kommt erst am 6. Jänner! – zur Synagoge und zur Ruprechtskirche, der ältesten Kirche Wiens. Vorbei am Salzamt – die habsburgische Verwaltung des Salzmonopols war bis 1824 wirklich dort ! – stiegen wir eher vorsichtig, weils ein bisschen rutschig war, die vielen Stufen hinunter zum Kai. Am Kai hielten wir wie immer beim Denkmal für die österreichischen Opfer des Faschismus. Weiter den Kai, entlang den Ring – da geht’s wieder ein bisschen bergauf! – mit Blick auf die Rossauer-Kaserne, die Kaiser Franz Joseph zur Niederschlagung eventueller weiterer Revolutionen errichten ließ. Vorbei am Schottentor und dem großartigen Palais Ephrussi, das von Theophil Hansen geplant wurde, zum Parlament, wo wir das Denkmal Hansens besuchten. Hansen, der Architekt des Parlaments, ist ein typischer Wiener: geboren in Dänemark, studierte er in Athen, um dann in Wien berühmt und stilprägend zu werden. Wie immer hielten wir auch vor dem Denkmal für die Errichtung der Republik Österreich am 12. November 1918 mit den Büsten Viktor Adlers, des Gründers der Sozialdemokratischen Partei, des ersten Sozialministers der Republik Ferdinand Hanusch und des Wiener Bürgermeisters Jakob Reumann. Neben dem Weihnachtsmarkt rund ums Maria-Theresia-Denkmal konnte ich mich nicht zurückhalten, etwas ausführlich die Geschichte des Kunsthistorischen Museums, das heuer 125 Jahre alt wurde, zu erzählen und von den großartigen Sammlungen an Gemälden, Münzen, Antiken und Kunstkammer-Wundern zu schwärmen. Da uns dabei ein bisschen sehr kalt wurde, liefen wir etwas flotter eine längere Strecke bis zum Musikvereinsgebäude, wo wir die riesigen Übertragungswägen für das Neujahrskonzert bewunderten, und dann zügig weiter zum Kursalon und zur U-Bahn-Station.

Schön wars! Danke an alle, die dabei waren! Und allen Freunden des Laufsports beste Wünsche für ein gutes, gesundes und lauffrohes Jahr 2017!

Philipp