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Aktuelles

Das Zeichen am Baum (12.12.2022) - Gedicht von Gerhard Hovorka für die FDL

 

Dezembermorgen. Ich laufe auf der Hauptallee im frischen Schnee.

Die Allee schaut heute endlos aus.

Viele Male bin ich hier mit dem Verein gelaufen.

Ich weiß, die Hauptallee ist nicht endlos.

Die kahlen Kastanienbäume stehen mir Spalier.

 

Im hinteren Teil scheint plötzlich die Sonne.

Mehr Schnee, keine Leute.

Hier ist er, der Baum mit der aufgemalten Drei.

Einer der Bäume mit der Markierung vom Laufverein.

Ein wichtiger Orientierungspunkt beim gemeinsamen Training.

Und jetzt immer noch für mich.

 

Den Laufverein gibt es nicht mehr.

Die Zeit und die Pandemie waren zu viel ihn.

Die Läufer und Läuferinnen aber gibt es noch.

Und der Orientierungsbaum ist noch jung.

Er wird uns allen noch viele Jahre Kennung und Orientierung sein.

Vor allem im Winter wo es uns in verstärkt in die Hauptallee zieht.

 

Der Winter.

Der Paprika auf meiner Loggia ist heute Nacht endgültig erfroren.

Aber die Brennnesseln haben überlebt.

 

Bericht vom Marathon in Rotterdam am 10.04.2016

Gerhard Hovorka

 

Wir sind zu unterschiedlichen Zeiten mit unterschiedlichen Verkehrsmitteln nach Rotterdam aufgebrochen. Wir waren 5 Marathonis und 4 ZujublerInnen. Von den LäuferInnen waren 4 Mitglieder von FdL.

 

Ergebnisse (in der Reihenfolge des Zieleinlaufes) sowie die ZujublerInnen:

Klemens H. 03:15:47 (nicht Mitglied bei FdL; sein ohnehin nicht geringes Selbstvertrauen, sein lockeres Mundwerk und seine deutsche Sozialisation haben bei unserer Feierfeier im Wirtshaus aufgrund seines sensationellen Ergebnisses - 6 Minuten unter seiner bisherigen Bestzeit - zu einem unglaublichen Höhenflug geführt = wehe den Besiegten ;-).

Christoph S. 03:44:48 (auf Grund seiner vielen Verletzungen über deren Verschlechterungen er schon am Freitag im Flieger hin mit Läuferinnen gefachsimpelt hat und dazu akut neu auftretender Verletzungen ab km 30 hat es nicht zu mehr gereicht - im Wirtshaus war er aber sehr vergnügt).

Gerhard H. 04:10:04 (von den drei Zielen - überleben, ins Ziel kommen, unter vier Stunden laufen - immerhin zwei Ziele erreicht. Zuerst sind Gertraud und ich 40 Minuten bei Eiseskälte im Schatten im Startblock 3 gestanden und dann hat uns die Sonne unerbittlich durchgehend auf den Kopf geschienen. Die letzten 9 km waren wieder mal sehr bitter. Aber ich bin durchgelaufen. Im Wirtshaus war ich schon wieder gut beisammen.

Gertraud L. 04:22:05 (die ersten 14 km für diese Bedingungen zu schnell gelaufen - wir sind gemeinsam zu schnell gelaufen - und das hat Gertraud dann bis km 30 zu schaffen gemacht. Dann ging es laut eigener Aussage wieder etwas besser. Sie sagte aber, dass sie nun zum ersten Mal erlebt hat, wovon wir sprechen, wenn wir sagen, es geht absolut nix mehr ab einem gewissen Punkt beim Marathon. Im Wirtshaus war sie aber schon wieder gut beisammen und in ihrem Element.

Karl G. - bei km 29 wegen großen Probleme bei der Achillessehne aufgegeben - praktischerweise dort wo unsere 4 ZujublerInnen gestanden sind und auch gleich seine Wohnung war. Im Wirtshaus aufrecht, aber nicht überschäumend.

 

Unsere ZujublerInnen - Gudrun, Dina, Jana und Wolfgang waren sehr super. Sie sind bei km 29 und bei km 40 gestanden. Gudrun hat mir nach dem Marathon Salzwasser zum Bett im Hotel gebracht und mir es damit ermöglicht, das Bett wieder zu verlassen und kurz darauf im Wirtshaus bereits wieder Bier zu trinken und was zu essen.

 

Wir haben in Rotterdam eine Hafenrundfahrt gemacht, waren mehrmals in der Markthalle, haben uns die wildesten Architekturen angeschaut und am Montag waren wir noch in der Kleinstadt Delft. Rotterdam ist eine spannende Stadt und auf jeden Fall eine Reise wert. Die Leute waren total nett und beim Marathon war es sehr angenehm mit den HolländerInnen zu laufen. Nur sind sie halt furchtbar sparsam. Ich habe zum ersten Mal im Leben erleben müssen, dass es im Ziel absolut nix zu essen gegeben hat - kein Brot, keine Semmel, keine Banane, gar nichts - nur Tee, Wasser und ein isotonisches Getränk. Die Veranstalter und auch das Rote Kreuz haben auch nicht mal eine Warmhaltfolie rausgerückt. Und so sind wir einzeln in unserem nassen Laufgewand ohne Essen, ohne Folie, geduckt gegen den Wind, möglichst in der Sonne sich bewegend, jede/r in unser Hotel gehumpelt.

 Seltsames Volk, die RotterdamerInnen.