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Aktuelles

Das Zeichen am Baum (12.12.2022) - Gedicht von Gerhard Hovorka für die FDL

 

Dezembermorgen. Ich laufe auf der Hauptallee im frischen Schnee.

Die Allee schaut heute endlos aus.

Viele Male bin ich hier mit dem Verein gelaufen.

Ich weiß, die Hauptallee ist nicht endlos.

Die kahlen Kastanienbäume stehen mir Spalier.

 

Im hinteren Teil scheint plötzlich die Sonne.

Mehr Schnee, keine Leute.

Hier ist er, der Baum mit der aufgemalten Drei.

Einer der Bäume mit der Markierung vom Laufverein.

Ein wichtiger Orientierungspunkt beim gemeinsamen Training.

Und jetzt immer noch für mich.

 

Den Laufverein gibt es nicht mehr.

Die Zeit und die Pandemie waren zu viel ihn.

Die Läufer und Läuferinnen aber gibt es noch.

Und der Orientierungsbaum ist noch jung.

Er wird uns allen noch viele Jahre Kennung und Orientierung sein.

Vor allem im Winter wo es uns in verstärkt in die Hauptallee zieht.

 

Der Winter.

Der Paprika auf meiner Loggia ist heute Nacht endgültig erfroren.

Aber die Brennnesseln haben überlebt.

 

TCS NEW YORK CITY MARATHON

 

1.11.2015

 

 

Nach meinem ersten Marathon 2012 in Wien habe ich mich ent-schlossen, zu meinem sechziger den Marathon in New York zu laufen.

 

Heuer war es endlich soweit, bereits im Jänner habe ich gebucht. Mit von der Partie waren Erich und Mike.

 

Da für mich ja eine Qualifikation aussichtslos war, musste über das Reisebüro gebucht werden. Die Reise war professionell organisiert, man musste sich um wirklich nichts kümmern, die Reisebegleiter waren äußerst nett und freundlich. Die Reisegruppe bestand aus 110 Läufern und ca. 50 Angehörigen.

 

Am 30.10. um 7 h gab es einen kurzen Morgenlauf von 2,9 km mit einem Running-Coach vom Reiseveranstalter, um uns im Central Park das Ziel zu zeigen.

Danach war ein einstündiges Informationsmeeting in einem Hotel, wo man uns ausführlich über den Marathon und die strengen Vorschriften informierte. Anschließend hatten wir eine Stadtrundfahrt mit deutscher Reiseleitung mit Stopp bei der Marathonmesse, um die Startnummern abzuholen.

 

Am Abend war dann die offizielle Eröffnung des Marathons mit der „Opening Ceremony“ und den Einzug der Nationen. Wir kamen uns vor wie Teilnehmer einer Olympiade, so prachtvoll war das aufgezogen. Es nahmen tausende Läufer teil, die Flaggen aller Länder waren entlang dieses Bereichs angebracht. Viele kamen in Landestracht oder Kostüme, manche tanzten. Alle Nationen wurden angesagt. Die Stimmung war sehr ausgelassen und fröhlich. Zum Schluss wurde gemeinsam gesungen und es gab ein großartiges Feuerwerk.

 

Im Anschluss waren wir dann im Österreichischen Konsulat eingeladen,

wo wir von der Frau Konsul persönlich begrüßt wurden. Wir wurden mit Getränken und einer stärkenden Suppe bewirtet. Es war ein ehrenvoller Abschluss des Tages.

 

Am Samstag gab es einen Frühstückslauf „Dash to the Finish Line“ über 5 km durch die Häuserschluchten New Yorks. Dies war schon ein kleiner Vorgeschmack auf den Marathon.

Am Abend dann die Marathon Pasta Party – ausgiebig und sehr gut.

 

Sonntag, der große Tag:

Abholung vom Hotel um 6 h (in der Nacht war Zeitumstellung, daher nicht so schlimm). Hunderte Busse fuhren im Konvoi mit Polizeischutz durch die Stadt nach Staten Island. Alle Straßen waren nur für uns gesperrt, kein Auto durfte sich dem Konvoi nähern. Nach über einer Stunde kamen wir zum Startbereich, wo wir wie am Flughafen durchleuchtet und unsere Sachen genau überprüft wurden. Massenhaft Polizei war vor Ort.

Abertausende Läufer warteten auf den Start, der in vier Wellen erfolgte. Viele Läufer schliefen noch auf der Wiese. Es gab auch offene Zelte die natürlich übervoll waren. Zum Glück war das Wetter gut, wir wurden gut verpflegt und so war die „Warterei“ kein Problem.

Mike ist schon eine Stunde vor uns gestartet.

Erich und ich waren um 11 h dran, aber in verschiedenen Abschnitten.

Um ca. 10:30 durften wir endlich in unsere „Correls“ die im jeweiligen Abschnitt noch mit Buchstaben gekennzeichnet waren. Dies wurde genauestens mit der Startnummer geprüft. Überhaupt war alles sehr streng geregelt.

 

Kurz nach 11 h war es endlich so weit. Es ging über die Verrazano Narrows Bridge nach Brooklyn und Queens, wo ich ungefähr bei der Hälfte vor der Queensboro Bridge einen ordentlichen Sturz hinlegte. Aber die Medaille im Hinterkopf trieb mich an und nach der Brücke hab ich mich wieder erfangen. Bei Meile 16 wurden wir von den Reise-begleitern und den Angehörigen unserer Läufer angefeuert. Es ging dann die 1st Avenue in Manhattan endlos lang hinauf bis in die Bronx, wieder nach Manhattan und schließlich ins Ziel im Central Park.

 

Fast die ganze Laufstrecke entlang waren hunderttausende jubelnde Zuschauer und sehr viel Musik. Es gab viele sehr, sehr lange stetige Anstiege, die äußerst kräfteraubend waren, aber es war wunderbar zwischen diesen Hochhäusern zu laufen.

 

Am Abend gab es dann von unserem Reisebüro eine Finisher Party in einem schönen Restaurant mit sehr gutem Essen. Jeder Läufer wurde beglückwünscht und erhielt eine Urkunde.

 

Ich bin überglücklich, dass ich diesen Marathon gelaufen bin. Es war ein wunderbares, unvergessliches Erlebnis.

 

Trude