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Aktuelles

Das Zeichen am Baum (12.12.2022) - Gedicht von Gerhard Hovorka für die FDL

 

Dezembermorgen. Ich laufe auf der Hauptallee im frischen Schnee.

Die Allee schaut heute endlos aus.

Viele Male bin ich hier mit dem Verein gelaufen.

Ich weiß, die Hauptallee ist nicht endlos.

Die kahlen Kastanienbäume stehen mir Spalier.

 

Im hinteren Teil scheint plötzlich die Sonne.

Mehr Schnee, keine Leute.

Hier ist er, der Baum mit der aufgemalten Drei.

Einer der Bäume mit der Markierung vom Laufverein.

Ein wichtiger Orientierungspunkt beim gemeinsamen Training.

Und jetzt immer noch für mich.

 

Den Laufverein gibt es nicht mehr.

Die Zeit und die Pandemie waren zu viel ihn.

Die Läufer und Läuferinnen aber gibt es noch.

Und der Orientierungsbaum ist noch jung.

Er wird uns allen noch viele Jahre Kennung und Orientierung sein.

Vor allem im Winter wo es uns in verstärkt in die Hauptallee zieht.

 

Der Winter.

Der Paprika auf meiner Loggia ist heute Nacht endgültig erfroren.

Aber die Brennnesseln haben überlebt.

 

Bericht über die WM in Seregno am 22.4.2012

(mit Wehmut geschrieben)

Von Pauline Moshammer

Nach vielen tollen Erfolge bei diversen Wettkämpfen, habe ich jetzt auch das Gefühl der Niederlage und Hilflosigkeit kennengelernt.

Nachdem ich in Steyr den 100-er in 9:20 bestritt (und es mir ausgezeichnet ging), glaubte ich mit gezieltem Training meine Zeit auf unter 9:00 Stunden runterschrauben zu können. Ich habe mich auch wirklich gut darauf vorbereitet, und es ist mir wieder bewusst geworden, dass die Ultraläufe trotz bester Vorbereitung ein „Lotto-Spiel“ sind.

Die Runde bei der WM hatte 20 km und war teilweise durch Unterführungen nicht gerade flach. Außerdem verlief ein gutes Stück entlang der Autobahn mit starkem Gegenwind. Bei der 1. Runde ging es mir gut und ich habe wirklich versucht, nicht schneller als 5:20 min. zu laufen. Auch die 2. Runde war noch halbwegs okay. Aber bereits bei km 45 bis 50 fingen die Probleme an: Schmerzen in den Beinen und im gesamten Rückenbereich. Ich konnte es einfach nicht glauben, besonders da mir der Grund nicht bewusst war. Was konnte ich wohl falsch gemacht haben? Bei km 50 gaben mir die Betreuer Salztabletten und meinten es würde schon gehen. Aber ich bekam einfach keine Geschwindigkeit mehr und fühlte mich total ausgelaugt. Bei km 55 war für mich klar, dass ich das Rennen nicht beenden werde!

Vielleicht habe ich auch eine Niederlage gebraucht, um zu erkennen, dass der menschliche Körper keine Maschine ist und meine Ziele nicht immer zu erreichen sind! Meine erste Reaktion war: „nie mehr wieder einen 100-er“. Aber wir werden ja sehen, was die Zukunft bringt?!!?

Ich werde diese WM als Lernprozess sehen und versuchen, die Ursachen meines Versagens abzuklären.

Der Stolz bleibt diesmal aus!

Trotzdem weiß ich, dass viele mit mir mitgezittert haben und mir ganz fest die Daumen drückten - ein ganz dickes DANKE an alle!

Besonders an Christian einen großen DANK, der mir jedes Monat einen tollen Trainingsplan erstellt hat (tut mir leid, ich konnte es nicht umsetzen).

Eure Pauline